20. Februar 2010

Shiva Town

Als Bestandteil der „hinduistischen Trinität“ mit den drei Aspekten des Göttlichen als Brahma, der als Schöpfer gilt, und Vishnu, dem Bewahrer, verkörpert Shiva das Prinzip der Zerstörung.


Heute morgen haben mich die Kraehen aufgeweckt. Sie kraechzen jeden Morgen, aber heut war es besonders schlimm. Eine Spanierin sagte mir warum: "You see the crow over there (sie zeigt auf eine ziemlich marode aussehende Kraehe), it is going to die and everybody is waiting to eat it."
Das ist makaber, aber gut. Nur muss sie ja nicht unbedingt neben unserer Feuerstelle sterben und vor allem gefressen werden... Ich hab sie dann ueber die Hecke bugsiert, weiss nicht, was aus ihr geworden ist.
Wir haben uns auf den Weg ins Dorf gemacht und dann begann es erst, wirklich makaber zu werden.
Auf dem Weg ins Dorf kommt man an einem Tempel vorbei, und hinter der Tempelmauer sahen wir eine ziemlich schwarze Rauchwolke und dachten uns nichts weiter dabei, bis wir am Tempel ankamen hatten wir das schon fast wieder vergessen. Dort angekommen stand eine Gruppe Inder rum, die alle um eine Ecke glotzten. Wir waren natuerlich neugierig und mussten auch um die Ecke glotzen, und da lag ein Mann auf dem Boden, in einem noch schwelenden Haufen Asche und anderer angebrannter Kram. Er hatte Brandblasen am Ruecken und um die Huefte und sah nicht besonders lebendig aus. Wir wussten erst ueberhaupt nicht, was wir machen sollten, die Situation war so merkwuerdig, mit den starrenden Indern neben dem angebrannten Typen, dass wir erst total verwirrt waren. Auf unsere Fragen, was denn passiert sei und warum ihm niemand helfe zuckten alle die Schultern, keiner schien uns zu verstehen (normalerweise sprechen alle wenigstens ein bisschen englisch) und als unsere Frage nach Hilfe immer draengender wurde verpissten sie sich schliesslich alle bis auf einen.
Dann kam noch ein anderer Touri, der dann den Weg runter ins Dorf ist, um Hilfe zu holen, und wir haben in der Zwischenzeit ihn ein bisschen hilflos mit Wasser uebergossen und ein bisschen mit ihm geredet. Der Inder, der dageblieben war hat mit seinem Handy die Mutter angerufen und mit ihm ein bisschen geredet und rausgefunden, dass er sich wohl umbringen wollte. Irgendwann kam dann der Touri wieder, sagte, dass unten am Berg eine Ambulanz wartet und brachte eine Haengematte mit, um ihn da runter zu transportieren. Irgendwie haben sie das auch geschafft, und unten wartete eine Riksha, um ihn zum Krankenwagen zu fahren, der ihn dann ins Krankenhaus gebracht hat.
Eine andere Tourifrau, die da war, war ziemlich am Ende, sie ist schwanger und fuer sie war das eine ein bisschen zu krasse Demonstration des Zirkels von Leben und Tod...
Aber auch fuer uns war es ein seltsames Erlebnis. Auf der einen Seite der Versuch, das nicht allzusehr an einen ranzulassen, auch das Erlebnis, dass die anderen Inder nicht geholfen haben - offensichtlich ist es so, dass man ziemlich schnell selbst schuld ist, wenn man jemandem hilft und man deswegen besser nicht hilft. Allerdings haben sie anscheinend zugeschaut, wie er sich angezuendet hat, und das war dann schon was anderes, das zu verkraften und darueber zu reden, die Bilder aus dem Kopf zu kriegen... Auf der anderen Seite die unglaubliche Energie dieses Ortes, Shivatown, die Kraehen am Morgen, das Feuer, die Gedanken, die man haben muss, wenn man bereit ist, sich selbst anzuzuenden....

Das i-Tuepfelchen war der Polizist, der am Schluss das verbrannte Stueck Stoff, was einmal der Rock des Mannes gewesen war, mit einem Stock aufhob und in eine Plastiktuete stopfte, die irgendwo rumlag. Kripo auf indisch...
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Jetzt nochmal was anderes, ich hab mich den ganzen Tag schon mit dem Thema befasst...
Ein paar Fotos hab ich grad noch hochgeladen, die zeig ich euch jetzt noch...
Bilder von hier gibts dann morgen oder uebermorgen.

Das war auf dem Weg zum Kudlibeach, wir sind mit dem Boot vom Hauptstrand an den kleinen hier gefahren, dekadent mit dem Boot...





Das ist Elise:




Und das sind vier Freaks - ein Englaender und ein Spanier, nicht schwer zu erkennen, wer wer ist *g*, der Spanier faehrt mit seiner Ente um die Welt (elmundoen2cv.com) und ist hier haengengeblieben, weil sie kaputt war. Jetzt ist sie aber wieder heile und morgen frueh wollen sie los. Ich glaubs erst, dass sie weg sind, wenn ich sie nicht wieder mittags am Strand auflaufen sehe... ;)


Noch ein Bild aus der Reihe "Schwagerbilder around the world"


So, jetzt hoert dieser Tag auf. Mal sehen, was auf dem Weg ins Bett noch passiert... Vielleicht werd ich von ner Schlange gebissen oder so...

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