9. Januar 2009

Gegen Wahlfreiheit...

... hätte nie gedacht dass ich das mal sagen würde...

Hier nun mal ein(s der zahlreichen) Beispiel(e), wie man Menschen bekloppte Sachen ganz logisch erscheinen lassen kann und beschissene Meinungen so verpacken dass sie nett gewandet daherkommen...

In Berlin gibt es seit dem Schuljahr 2006/2007 Ethik als Pflichtfach für alle SchülerInnen an den Schulen, wer Religion belegen will muss das freiwillig und zusätzlich tun. Eine ziemlich geile Sache wie ich finde, eigentlich die einzige Möglichkeit, mit Religion in der Schule umzugehen. Alle zusammen unterrichten und wer noch zusätzlich Reli haben will muss das als AG machen, sekulärer Staat eben, eigentlich ganz logisch.
Haha, aber jetzt kommt pro-reli ins Spiel... Dieser Verband fordert die Einführung von Religion als Wahlfach neben Ethik, so dass sich die Kinder (in den unteren Klassen wohl eher die Eltern...) zwischen Ethik und Religion entscheiden müssen - und die grade eben gewonnene Chance, dass SchülerInnen aller Religionen in einem gemeinsamen Ethikunterricht voneinander lernen können wieder zunichte gemacht wird.
Um den Religionsunterricht wieder einzuführen wird im Moment ein Volksbegehren durchgeführt. Mit dem Slogan "Freie Wahl zwischen Ethik und Religion" wird auf Stimmenfang gegangen. Mal sehen...

Moralisch begründetes Verhalten ist wichtig, nicht nur für den einzelnen, auch für die Gesellschaft insgesamt. Wir bewundern zu Recht diejenigen Menschen, die aufgrund ihrer tiefsten Überzeugungen und Wertvorstellungen den beiden Diktaturen auf deutschem Boden entschiedenen Widerstand geleistet haben – zum Teil bis in den Tod. Andererseits haben wir auch in der jüngsten Vergangenheit immer wieder erschreckende Beispiele dafür erlebt, wozu fehlgeleitete Moralvorstellungen auch führen können.

Diese Haltung spricht ja nun eigentlich nicht unbedingt für Religionsunterricht, haha, aber man windet sich heraus...

Daher muss ein auf die ethische und moralische Bildung junger Menschen ausgerichteter Unterricht nach deren Grundüberzeugungen differenzieren. Christliche, muslimische, jüdische oder atheistische Schülerinnen und Schüler werden unterschiedliche Fundamente für ihre moralischen Vorstellungen entdecken. Es ist Sache des Staates, diese Vielfältigkeit zu respektieren. Nur wer seine moralischen und ethischen Vorstellungen mit seiner Vorstellung von Leben in Übereinklang zu bringen vermag, wird in seiner Haltung gefestigt sein und gleichzeitig Verständnis und Toleranz gegenüber denjenigen wahren können, die andere Grundvorstellungen haben.


Dass eben dieses Verständnis und diese Toleranz gegenüber Menschen mit anderen "Grundvorstellungen" sehr viel besser in einem Unterricht gelernt werden kann, in dem sich alle gemeinsam mit ihren unterschiedlichen Vorstellungen auseinandersetzen wird mal eben übersehen.

Also: Anti-Reli und beim (hoffentlich nicht zustandekommenden) Volksentscheid gegen den neuen Gesetzentwurf stimmen!

Und, man muss ja seine Feinde kennen: freie-wahl.de

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Nichtsdestotrotz warten die Elfen noch auf eure Meinungen!

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

HEJJ - neues Layout! (mit Elfin oder Feein??)
Zu diesem "Religionsstreit" fällt mir das Darwinjahr und damit die Kreationisten ein: in Amerika lehnen 51% (sic!) der "erwachsenen" Bewohner die "Theorien" von Darwin ab und streiten darüber, was in der Schule gelehrt werden sollte ... (kein Kommentar! außer: manchmal ist es doch ganz schön,in Deutschland zu leben)
P

nora hat gesagt…

hübch is es hier ;) und so augenfreundlich...der leser dankt :D