31. Mai 2008

Pathetisch und stolz drauf...

Wenn man nichts erwartet kann man auch nicht enttaeuscht werden. Aber was waere das fuer eine Beziehung - egal welcher Art - in der man nichts erwarten kann?! Eine Beziehung ohne Erwartung. Da hat man ja ueberhaupt keine Verlaesslichkeit und kein Vertrauen. Geht das? Gibt es Menschen, die keine Verlaesslichkeit brauchen? Ist es erstrebenswert das nicht zu brauchen, macht es einen unabhaengig oder frei?
Wenn man sich auf niemanden verlassen kann muss man sich auf sich selbst verlassen koennen - aber reicht das? Kann jemand so mit sich selbst im Reinen sein dass er nur sich selbst und sonst niemanden braucht? Ist es nicht auch schoen, sich auf andere verlassen zu koennen? Ist das nicht die Grundessenz jeder Beziehung? Jemand, der das nicht kann/kennt - fehlt dem nicht was? Derjenige, der Vertrauen nicht kennt tut mir leid, denn es bedeutet auch Geborgenheit und das ist doch schon sowas wie das ein Grundbeduerfnis. Und wenn man es jetzt arg runterbricht ist man eigentlich bei Liebe angekommen. Vertrauen ist Liebe. Liebe ist Vertrauen. Wer das nicht hat ist schon arm.
Und jetzt mal andersrum - wenn jemand keine Verlaesslichkeit bieten kann, dann deswegen weil er sie nicht kennt? Bedeutet das am Ende, dass Menschen, auf die man sich nicht verlassen kann diese Erfahrung nur unzulaenglich gemacht haben? Was den Schluss zulaesst - und der gefaellt mir eigentlich - dass es, so schwer es auch ist, eine Aufgabe sein kann, Vertrauen zu schenken, so dass andere es erfahren und lernen koennen, und letztendlich auch weitergeben? Das erfordert aber Staerke, denn die Enttaeuschung ist eigentlich vorprogrammiert. Und ich glaube nicht, dass man Enttaeuschungen besser ertragen kann wenn man sie vorher weiss.

Aber kann man nicht die Welt nur besser machen, indem man das Gute (was auch immer das sein mag) weitertraegt? Eine immerwaehrende Frage auf dieser Reise - faellt alles irgendwie auf mich zurueck? Bekommt der Mensch, dessen Namen ich nicht weiss, und dessen Muetze ich aus Versehen hab von jemandem anderen eine neue, auf irgendeinem Weg, der bei Mauricio losgeht (welchem ich meine alte geschenkt habe)?

Was sagt ihr dazu?

Noch ein Video zum Thema...

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Wirklich interessante "silbrige Gedankenfäden" - und soooo pathetisch finde ich sie nicht!
Und der Text im Video ist auch gar nicht schlecht.
P