29. April 2008

Der Clown und das Maedchen (Kurzfassung)

Gestern abend konnte man auf dem Zócalo einen Clown sehen. Er hatte ein blaue Latzhose an und eine blaue (!) Clownsnase auf und machte inmitten einer grossen Menschenmenge seine Maetzchen.

Der Clown zog sein imaginaeres Fernrohr aus der Tasche, begann, in der Menge nach seinem naechsten Opfer zu suchen und sein Blick fiel auf das Maedchen.
Es musste nach vorne kommen und sich verbeugen. Dann fegte der Clown ihm den Weg und stellte ihm einen Stuhl hin. Dann suchte er sich noch zwei Maenner aus der Menge. (Nennen wir sie José und Raùl.) Die stellten sich in einiger Entfernung des Maedchens auf und es ging an ihnen vorbei, kokettierte und drehte sich. Darauf verliebten sich beide und fingen ihrerseits an, ihre Muskeln spielen zu lassen und zu balzen. José hatte ein schoeneres Gefieder und das Maedchen fing an, auf seine Balzspiele zu reagieren und ihm schoene Augen zu machen. Dies liess sich Raùl allerdings nicht gefallen und als sich das Maedchen wieder zurueckgezogen hatte ging er an José vorbei zu dem Maedchen (Eh, tu! Esta chiquita es mia!), versprach ihm den Himmel auf Erden und machte ihm schoene Augen. Dies wiederum fand José nicht witzig, ging ebenfalls zu dem Maedchen und versprach ihr auch seine Liebe.
Nun war allerdings klar - in der Werbung hatte sich Raùl um einiges besser angestellt, und das Maedchen fuehrte ihn zu seinem Nest (aeh, Bett - was auch immer).

Nun war José erstrecht sauer. Er kaufte sich eine Pistole, suchte die beiden auf und erschoss seinen Widersacher. Das Maedchen verfiehl in grosse Trauer, weinte und schluchzte und trauerte um ihren Raùl. Dann besorgte es sich ebenfalls eine Waffe, ging zu José, und auch er musste sein Leben lassen.
Nun hatte das Maedchen niemanden mehr, wurde ganz traurig und erschoss sich selbst (und wurde vom Clown noch sachgerecht auf ihrem Raùl drapiert).

Alle tot, also erschoss sich auch der Clown, nicht ohne noch vorher eine Runde Zuckerwatte an alle Kinder zu verteilen, so dass die Toten noch ein bisschen rumliegen mussten.

Dann durften die beiden Kaempfer sich noch die Haende schuetteln, sich umarmen und dann wieder auf ihre Plaetze gehen, nur das Maedchen wurde noch (durch beso!beso! Zurufe von ihrem Raùl!!) genoetigt, den Clown zu kuessen und durfte die Buehne dann auch wieder verlassen.

Und die Moral von der Geschicht? --- Ich haette es wissen muessen... Schon beim Betreten des Zócalo dachte ich, ich bin sicher die einzige Europaeerin auf dem Platz...

5 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

...'türlich!!! ;)

nora hat gesagt…

hihi :)

Anonym hat gesagt…

war`s schlimm?
P

Anonym hat gesagt…

oh, mensch. ganz schön tragödisch die geschichte. gabs das herz als gage?

thomas

stitch hat gesagt…

Es war total witzig! Ich musste die ganze Zeit so lachen, dass ich gar nicht richtig spielen konnte. Und am Ende auf dem Bauch von dem toten Romeo hats auch immer so gewackelt...

@thomas: Ja, das Herz war Gage ;-) Aber es ist in Comitán geblieben...