27. Mai 2009

Ich bin der Schrecken, der die Nacht durchflattert

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und zwar der Schrecken jedes aufrechten Handwerkers...

Ein Bett bauen sollte ja nicht so schwer sein, denk man so. Aber man irrt.
1. Bretter kaufen. Siehe unten. Aber überhaupt mal wieviele und wie dick und wie lang? Und wenn man 6 Kanthölzer in verschiedenen Längen braucht, die im Original aber 3m lang sind - wie teilt man das am besten auf, dass der Mann an der Abschneide auch weiß was er machen soll?
2. Ein Winkel an der Wand, Kantholz drauf und noch zwei darunter als Stütze. Ja, die fallen aber immer um, hält ja keiner fest, ich muss ja die Bohrlöcher für den Winkel an die Wand machen. Ich weiß auch jetzt, dass so ein Winkel nicht wie ein L an die Wand kommt, sondern andersrum. Da ist nämlich so eine Ecke drin, die ansonsten verhindert, dass das Kantholz, was draufliegt, an die Wand anstößt. Nunja, das erste Kantholz stößt nun nicht an die Wand, beim zweiten hatte ich schon gelernt.

2. Nur weil die Kanthölzer alle gleich lang sind, heißt das nicht, dass sie auch gleich hoch sind, ich wohn ja schließlich im Altbau...
3. Die Bretter sind ja nicht alle gleich lang, unten am Bett ist eine Ecke, um die Gasleitung herum. Und wenn man nach Augenmaß anzeichnet kann es schon mal sein, dass man dreimal ansetzen muss, bis das Brett die gewünschte Länge hat.

4. Eins von den Kanthölzer soll quer an die Wand. Dafür hatte ich tolle Zauberdübel, die auch gleich noch durchs Holz mit geschraubt werden. Die funktionieren aber nur, wenn das Bohrloch auch mindestens so tief ist wie die Dübel lang. Und das Bohrloch ist nur so tief wie der Bohrer lang. Wie kriegt man nun also die in der Mitte gebrochenen und zu langen Dübel wieder aus Wand? Gar nicht. Man kloppt sie so weit rein wie geht und zwickt den Rest mit der Kneifzange ab und bohrt ein neues Loch. Ich hatte ja auch hier dazu gelernt und beim zweiten Anlauf ganz normale Dübel gekauft. 12er, und 12er Schrauben. Extra vorher gemessen, wie lang die sein müssen. Dachte ich. Also erstmal 12er Löcher in die Wand. Gar nicht so leicht mit nem 8er Bohrer... Gleich mal zwei der 6 Dübel in der Wand gelassen, denn dazu sind Dübel da, dass sie nicht wieder rauskommen, wenn sie einmal in der Wand drin sind. Auch wenn sie nicht ganz drin sind kriegt man sie trotzdem nicht wieder raus. Auch hier tat die Kneifzange ihr Werk... Nachdem ich also 4 Löcher mit 4 Dübeln in der Wand hatte, schraubte ich die 12er Schrauben in die (8er) Löcher des Kantholzes und schraubte das alles (mit der von Andi geliehenen Ratsche - mit der Zange hatte ich nun doch keinen Bock...) in die Wand. Alle 4 bist fast zum Anschlag drin, mein Arm halb abgefallen. Nun ja, eben nur fast. Schrauben zu lang. Was macht man mit zu langen Schrauben? Neue kaufen? Nicht mehr um 10 abends, außerdem hab ich dafür teures Geld bezahlt. Nein, absägen! Wozu hat man eine Metallsäge... Schon mal ne 12er Schraube mit ner Handsäge abgesägt? Nein? Mach ich auch nie wieder...

5. Jetzt probier ich erst, ob die Schraube auch in die Wand passt, bevor ich die anderen absäge. Ein bisschen Lerneffekt ist ja auch dabei...
Na siehste, abgesägte Schrauben schrotten die Dübel. Dann wird das Bett doch erst Montag fertig. Mist. Oder gibts nen Späti-Baumarkt?
6. Baumarkt. Der Mann kennt mich schon fast mit Namen. Schrauben gekauft, noch ein Eis. Dann heim, Bett fertig gebaut. Die Matratze hält auch - erstmal ohne Lattenrost - da ja jetzt der Platz für die Hängematte besetzt ist...

7. Blumenkästen kaufen und sie ausfs Fensterbrett stellen, man kann nämlich wunderbar von unten reinschauen....

3 Kommentare:

nora hat gesagt…

hihihihihihi fabelhafte beschreibung - könnte von mir sein, sowohl beschreibung als auch vorhergehende taten ;)

nora hat gesagt…

noch mehr haha, hab heut versucht eine brett-konstruktion zu bauen...vergiss es ... stahl in der wand! und davon abgesehen hab ich hinterher bemerkt, dass das mit den gleichen abständen zwischen den löchern längs der wand auch ein trugschluss war - jaja übung macht den meister ;)

r hat gesagt…

lange nicht so aufgeschreckt gekichert...wie beim Lesen deiner anschaulichen Beschreibung.
Tja, jeder Heimzwerg (Noras kindliche Umschreibung für Heimwerker) fängt halt klein an und danach wächst er/sie mit seinen/ihren Taten (parallel zum Erfolg derselben). Und glaub nicht dass 12er Dübel für 12er Schrauben passen, du ahnst schon für welche? Genau, so isses am Bau!
Bis denn dann, Frau Lehmann!