So, die zweite Nacht ist rum, die dritte steht kurz davor. Das ist seltsam - ich habe heute morgen gearbeitet und heute abend werde ich schon wieder arbeiten. Wer arbeitet schon zweimal am Tag?!
Die letzte war allerdings nicht so schlimm wie die erste, man könnte sogar behaupten dass es ganz witzig war. Ich bin in der Abteilung "Fun Artikel", das heißt wir sind die ganze Zeit dabei, Fotos auf Tassen, Teddys, Elche, Osterhasen (!), Grillschürzen oder Mauspads zu drucken. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was manche Menschen für Fotos dort abgeben. Mal abgesehen davon, dass einige ganz schön häßliche (sowohl Menschen als auch Fotos) dabei sind, ist fast der Großteil unscharf, die Leute gucken dämlich oder das Foto ist sonstwie suboptimal (Menschen im Hintergrund, die nicht aufs Foto gehören, über- oder unterbelichtet, rote Augen, die ganze Palette halt). Angeblich guckt man nach einigen Jahren (!) nicht mehr die Fotos an sondern "übersieht" sie praktisch, aber solange wollte ich da eigentlich nicht bleiben.
Außerdem habe ich eine, wie soll ich sagen, interessante Mitarbeiterin, die mit mir angefangen hat. Alina, 18, keine Ausbildung, möchte Arzthelferin werden, aber irgendwie nur in einer einzigen Praxis in Freiburg, hat einen Freund und einen Zweitfreund und fragt mich ständig, was sie nun tun soll ("Wie bringt man seinen Freund dazu, dass er Schluß macht?"). Nun ja, ich gebe mein bestes und versuche nicht zu lachen. Dieser bescheuerte Akzent geht mir am meisten auf die Nerven. Jeden (!) den wir treffen fragt sie wie lang er tagsüber schläft ("Wie lang schläfsch als?") und auch sonst ist Madam gewöhnungsbedüftig. Quote of the night (auf die Anweisung, sie möge doch bitte einen (zugegeben ziemlich großen) Stapel Fotos schneiden): "Das mach ich aber nicht alles!" (Die Frau will übernommen werden - von Zeitarbeit in richtige Arbeit) und ist nur am Rumstänkern. Naja, am Sonntag kommt auch noch ihre Freundin, dann können die zwei sich ja gegenseitig nerven.
Es ist ein komisches Gefühl, sozusagen gegen alle anderen und ihren Tagesablauf zu arbeiten. Ich komm heim und andere Menschen fahren grad zur Arbeit. Es ist als lebe man in einer Parallelwelt.
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